Tom aus Lichtenberg hat mein Büro und mich im Januar als Praktikant unterstützt. Was er dabei erlebt hat, erzählt er hier.
Während meines einmonatigen Praktikums bei Ruppert habe ich zahlreiche spannende Einblicke in die sehr facettenreiche Arbeit eines Bundestagsabgeordneten erhalten. Ich durfte sowohl die Arbeit im Bundestagsbüro als auch im Wahlkreis begleiten. Dabei ist mir schnell aufgefallen, wie häufig sich Ruppert und sein Team unmittelbar mit Anliegen von Bürger:innen befassen – von Verbesserungsvorschlägen für den Alltag in Steglitz-Zehlendorf bis zu Schülerinterviews zu politischen Themen.
Besonders überrascht war ich zudem von dem hohen Maß an Expertise, das für die große Vielfalt an Themen, mit denen sich Abgeordnete täglich beschäftigen, erforderlich ist. Dies führte auch noch mal eindrücklich vor Augen, warum sich die Parlamentarier auf bestimmte Politikfelder spezialisieren und sich dann in AGs, Fraktionssitzungen und im Plenum gegenseitig über ihre Fachthemen informieren.
Zu meinen persönlichen Highlights gehörten definitiv die Besuche im Plenum, vor allem, als Ruppert eine Rede zum Stromausfall in Steglitz-Zehlendorf hielt, und auch die Sitzungen des Petitionsausschusses. Schließlich fand ich es sehr interessant, mich mit den Petitionsakten, vor allem mit den Positionen der Petenten, Stellungnahmen der Bundesministerien und Empfehlungen des Ausschussdienstes zu beschäftigen, um daraus eine Zusammenfassung und Empfehlung für ein Votum zu formulieren. Darüber hinaus konnte ich Ruppert bei vielen Terminen begleiten, vorbereitend recherchieren, Bürger:innen-Anfragen beantworten, mich mit Projektanträgen zum Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beschäftigen und am Praktikanten-Programm der SPD-Bundestagsfraktion teilnehmen, was das Praktikum wirklich abwechslungsreich machte. Zugleich war es immer wieder beeindruckend, täglich im Reichstagsgebäude, Jakob-Kaiser-Haus und Paul-Löbe-Haus sein zu können und dort viele bekannte politische Persönlichkeiten zu sehen.
Spannend war auch, zu hören, wie die einzelnen MdBs mit dem teilweise auftretenden Spannungsverhältnis zwischen einer von der „Parteilinie“ abweichenden individuellen Überzeugung und dem angestrebten einheitlichen Abstimmungsverhalten innerhalb einer Fraktion und Koalition umgehen. Letztlich zeigte dies aber nur nochmal, dass der Austausch von Argumenten und Kompromissfähigkeit sowie ein eigener Wertekompass, absolut unerlässlich für die Arbeit im Bundestag sind.
Insgesamt war es sehr spannend zu sehen, dass sich die theoretischen Inhalte meines Recht und Politik Studiums, im praktischen Arbeitsalltag im Bundestag, wiederfinden. Die Einblicke, die ich durch das Praktikum erhalten durfte, haben mein Verständnis von der Arbeitsweise des Bundestages und der einzelnen Abgeordneten geprägt. Für Politikinteressierte würde ich diesen „Blick hinter die Kulissen“ auf jeden Fall empfehlen. Für die spannende und einsichtsvolle Zeit danke ich Ruppert und dem Team ganz herzlich.

